Heimatgeschichten

„Heimatgeschichten – den Landkreis kennen lernen“ heißt eine neue Serie, die die Geschichte des Landkreises Freising in Erinnerung rufen will. Im monatlichen Rhythmus werden hier auf der Homepage des Landratsamts Freising Beiträge zu finden sein.

 

Der Landkreis Freising ist eine reiche Kulturlandschaft, die in Jahrtausenden von ihren Bewohnern geschaffen wurde. Uralte Siedlungen, historisch bedeutende Ereignisse, interessante Persönlichkeiten und eine vielfältige Landschaft prägen unseren Landkreis.

 

Kreisarchäologin Delia Hurka und Bernd Feiler, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Heimat- und Kulturpflege im Landratsamt Freising, stellen in der neuen Serie die Zeugnisse dieses Reichtums vor: Archäologische Funde, Kunstwerke, Archivstücke und Fotografien veranschaulichen die Geschichte, vergegenwärtigen wichtige Ereignisse und erinnern an bedeutende Personen des Landkreises Freising.


Aus dem archäologischen Depot des Landkreises Freising

Keltische Glaskunst

Scheinbar Unscheinbar?

Durchscheinend, zart und dennoch erstaunlich kräftig gefärbt: So erscheinen uns heute die Wunderwerke der keltischen Glaskunst: Armringe aus Glas. Fragmente dieses zerbrechlichen Gutes wurden an verschiedenen Fundstellen des Landkreises Freising von Mitgliedern des Archäologischen Vereins gefunden und sind als aktueller „Fund des Monats“ aus dem archäologischen Depot Bestandteil der Serie „Heimatgeschichten“.

 

Für uns alltäglich war Glas in der Vorgeschichte ein exklusives Luxusgut. Die ersten Gegenstände aus diesem Material wurden gleichzeitig in Ägypten und Mesopotamien am Ende des 5. Jahrtausends v. Chr. hergestellt. Diese sogenannten Fayencen bestanden noch aus einem brüchigen, mit Glas überdeckten Kieselerdekern.

 

Später breitete sich die Technik über den Mittelmeerraum, Kreta und Griechenland nach Osteuropa und schließlich bis nach Mitteleuropa aus. Nach den noch vereinzelt auftretenden Glasperlen in der Bronzezeit (ca. 2200 bis 800 v. Chr.) machte sich ab der älteren Eisenzeit, der Hallstattzeit, ca. 800 bis 450 v. Chr. ein deutlicher ein Anstieg bemerkbar. In der Latènezeit (ca. 450 bis 15 v. Chr.) fanden sich dann erstmals auch Armringe aus Glas. Sie wurden in lokalen keltischen Werkstätten etwa ab 260 v. Chr. hergestellt und sowohl von Frauen als auch von Männern und Kindern getragen.

 

Nach den frühen, meist hellgrünen oder hellblauen Armringen mit blauer Fadennetzauflage (Bild Nr. 1) sind besonders die dunkelblauen drei- oder fünfrippigen Armringe mit gelber und weißer Zickzackfadenauflage typisch für die mittlere Latènezeit (Nr. 3 - 7). Die ebenfalls mehrrippigen Ringe aus durchsichtigem Glas mit innenliegender gelber Beschichtung wurden bisher noch nicht im Landkreis gefunden. Darauf folgten ab ca. 120 v. Chr. einfache glatte, schlichte Ringe in den Farben Purpur, Bernstein oder Blau.

 

Eine hohe Kunstfertigkeit erforderte die nahtlose Fertigung dieser Glasarmringe. Nachdem die Produktion etwa um 50/40 v. Chr. abbrach, ging das Wissen um die Fertigung verloren. Römischen Handwerkern war es lange Zeit nicht möglich nahtlose Glasarmringe herzustellen.

 

Die Original Glasarmring-Fragmente sind bis Ende April im Altbau des Landratsamtes (Kreuzgang) ausgestellt.

 

Glasherstellung

Der Werkstoff Glas besteht aus den Rohmaterialien Silikat (z.B. Quarzsand), Alkali (Soda-Asche) und Kalk. Durch die Verschmelzung dieser Bestandteile bei Temperaturen über 1700 Grad Celsius entsteht ein neuer Werkstoff. In der Antike war es nicht möglich, diese hohen Schmelztemperaturen zu erreichen. Die Handwerker konnten allerdings durch Zugabe von Flussmitteln (z.B. Soda-Asche) diese um einige 100 Grad senken und so trotzdem Glas schmelzen. Naturbelassenes Glas hat meist eine bräunliche bis grünliche Färbung. Durch Zusatz von metallhaltigen Mineralien wurden weitere Farben erzeugt.

 

Latènezeit ca. 450 bis 15 v. Chr.

Die jüngere Eisenzeit wurde nach einem bedeutenden Fundort, La Tène in der Schweiz, benannt. Die damals in Mitteleuropa ansässige Kultur wird heute allgemein mit den Kelten gleichgesetzt.

 

Funde im archäologischen Depot besichtigen

Weitere Funde von der Steinzeit bis ins Mittelalter können in der archäologischen Ausstellung im Depot des Landratsamtes Freising besichtigt werden.

 

Öffnungszeiten: Jeden ersten Sonntag im Monat von 10 bis 17 Uhr

 

Bericht von Delia Hurka, Kreisarchäologin


Aus dem Gästebuch des Landratsamts Freising

40 Jahre Gymnasium Moosburg

Das Freisinger Landratsamt führt  seit den 60er Jahren Gästebücher, die zu besonderen Anlässen aufgelegt werden. Die Bücher sind interessante historische Dokumente und aufschlussreiche Quellen: Bilder und Texte erinnern an wichtige Ereignisse, zahlreiche Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens sowie prominente Besucher des Landkreises haben sich mit ihren Namen verewigt. Der erste Band reicht bis in das Jahr 1991, er befindet sich heute in der Bibliothek der Heimatpflege.

 

Auf Seite 36 des Gästebuches  findet sich ein interessanter Eintrag, er ist auf den 23. Februar 1978 datiert: An diesem Tag wurde in Anwesenheit des damaligen Bayerischen Kultusministers Prof. Hans Maier in Moosburg feierlich der erste Bauabschnitt des Karl-Ritter-von-Frisch-Gymnasiums eingeweiht. Rund 250 geladene Gäste wohnten dem Festakt in der Schulaula bei. Moosburgs Bürgermeister Oscar Hertel begrüßte unter anderen den oberbayerischen Vizeregierungspräsidenten Erich Haniel, den Landtagsabgeordneten Otto Wiesheu und Landrat Hans Zehetmair aus Erding, der später Hans Maier als Kultusminister nachfolgte. Ein besonderer Gruß galt dem Freisinger Landrat Ludwig Schrittenloher, war doch der Landkreis Freising von Anfang an Träger des Moosburger Gymnasiums. Schrittenloher  hob  in seiner Rede die Qualität des 7,3 Millionen Mark teuren Neubaus hervor, der von dem Münchner Architekten Willi Schorr „nach den modernsten schulischen Gesichtspunkten geplant und ausgestattet worden war“.

 

Damals nutzten 14 Klassen mit insgesamt 432 Schülern das neue Gebäude. Zum Vergleich: Heute besuchen 701 Schüler und Schülerinnen in 23 Klassen das Moosburger Gymnasium.  Landrat Ludwig Schrittenloher verwies auf wachsende Schülerzahlen und wünschte sich einen Vollausbau des Moosburger Gymnasiums, das damals nur die Jahrgangsstufen 5 bis 10 umfasste.

 

Kultusminister Maier konnte dieser Bitte umgehend entsprechen: Am Ende seines Vortrages, der die Bedeutung der Schulfeier als gemeinschaftsbildendes Element zum Gegenstand hatte,  kündigte der Minister die sofortige Erweiterung der Schule bis zur 13. Klasse an.  Das begeisterte Auditorium reagierte auf diese Ankündigung mit stürmischem Applaus, wie die Chronisten der Lokalpresse notierten.

 

Schulleiter Norbert Herrmann, den seine Vorredner unisono als den eigentlichen Motor des Schulhausneubaues gewürdigt hatten, mahnte einen respektvollen Umgang mit den Schülern an und erhielt vom Vorsitzenden des  Elternbeirates für die Anschaffung eines Flügels einen Scheck über 10.000 Mark. Spendierfreudig zeigte sich auch die Sparkasse Moosburg: Mit 5000 Mark beteiligte sich das Geldinstitut an der Finanzierung einer Foto- und Filmausrüstung für die Schule.

 

Schließlich schritten der Stadtpfarrer von Sankt Kastulus, Maximilian Bengl, und dessen evangelischer Amtsbruder Volker von Lepel zur Weihe des Gebäudes. Auch die Schulkreuze für die Klassenzimmer wurden gesegnet, denn  bis zum Kruzifix-Erlass des Bundesverfassungsgerichtes waren es noch 17 Jahre. Schulchor, Instrumental- und Gesangssolisten steigerten die feierlich-fröhliche Stimmung in der Moosburger Schulaula mit Barockmusik und Moritatengesängen zur Baugeschichte. Nach den zahlreichen Wortbeiträgen und den aufrichtigen Segenswünschen stärkten sich die Gäste an einem reichhaltigen Buffet, das vom Hotel Bauer arrangiert worden war.

 

Bericht von Bernd Feiler, Heimat- und Kulturpflege


Aus dem archäologischen Depot des Landkreises Freising

Murr: Eine bedeutende Siedlung der Jungsteinzeit

Im Gemeindegebiet von Moosburg liegt in einem ruhigen Seitental der Amper eine bedeutende Fundstelle der Jungsteinzeit. Auf einem leicht nach Süden geneigten Hang, nördlich von Murr, siedelten vor über 7000 Jahren Menschen der ersten Ackerbauernkultur in Mitteleuropa, der Linearbandkeramik (ca. 4300 bis 4000 v. Chr.).

 

Die Entdeckung dieses Bodendenkmals ist Erwin und Anne Neumair zu verdanken, die durch jahrelange Begehungen die Erforschung dieses Platzes initiierten. Aufgrund der Gefährdung durch die intensive Landwirtschaft führte der Archäologische Verein Freising von 1992 bis 1998 mehrere Grabungskampagnen durch. Bei den Untersuchungen wurden mehrere Siedlungen der Jungsteinzeit (ca. 5500 bis 2200 v. Chr.) entdeckt.

 

Allein die Spuren, die die damaligen Menschen durch Eingriffe in den Boden hinterlassen haben, sind unsere einzige Quelle für die Rekonstruktion der Lebenswelt in den schriftlosen Zeiten.

 

Spätestens zu Beginn des 4. Jahrtausends v. Chr. wurde die Siedlung der Linearbandkeramik mit ihren typischen Langhäusern aufgegeben. Zwar finden sich auch Spuren der mittleren Jungsteinzeit auf der Fläche, besondere Bedeutung haben aber die Befunde der nachfolgenden Münchshöfener Kultur (ca. 4400 bis 3800 v. Chr.)

 

Diese Kulturgruppe kennzeichnet eine charakteristische Form und Verzierungsweise der Keramik. Unter dem typischen Siedlungsmaterial finden sich auch in Murr die Schultergefäße mit den Furchenstichlinien, die sich oft flechtbandartig ineinander winden.

Spuren von Hausgrundrissen fehlen

Deutliche Spuren von Hausgrundrissen, wie in der Linearbandkeramik, fehlen bei den Münchshöfener Befunden in Murr. Nur einzelne Pfostenstellungen geben möglicherweise Hinweise auf kleinere Gebäude unregelmäßiger Form. Diese Schwierigkeiten, Spuren von Behausungen zu fassen, sind typisch und verbinden alle Fundstellen der Münchshöfener Kultur. Mit Sicherheit liegt hier eine veränderte Bau- oder Konstruktionsform zu Grunde. Wie diese aussah und ob damit auch eine veränderte Lebensweise verbunden war, lässt sich noch nicht sicher beantworten.

 

Über 30.000 Fragmente gefunden

Neben verschiedenen Gruben unterschiedlicher Funktion, wie Abfall oder Vorratsgruben, fällt das halbquadratische, unregelmäßige Grabenwerk auf. Welchem Zweck es diente und warum es unvollendet blieb, ist bisher nicht geklärt. Auf der Sohle des Grabens fanden sich immer wieder große Mengen an Keramik, teilweise wurden ganze Gefäße deponiert.

 

Insgesamt fanden die Ausgräber tonnenweise zerscherbte Gefäße, wohl über 30.000 Fragmente. Bemerkenswert sind die hohe Qualität der teilweise extrem dünnwandigen Keramiken sowie der große Anteil an Sonderformen. Darunter fällt ein einzigartiger kleiner Becher mit der Ritzzeichnung zweier Menschen auf, der als „Hochzeitsbecher“ in die Literatur eingegangen ist. In dieser Zeit sind Darstellungen von Menschen nicht üblich. Es handelt sich hier um die bisher einzige bekannte figürliche Zeichnung in der Münchshöfener Kultur.

 

Auf dem Speiseplan

Dass neben Einkorn und Nacktweizen auch Erbsen zum Speisezettel der Menschen in Murr gehörten, beweisen erste archäobotanische Untersuchungen aus dem Jahr 1996. Angebaut wurde auch Lein, dessen Fasern wahrscheinlich für die Gewebeherstellung benötigt wurden.

 

Die Analysen der Tierknochen aus den Abfallgruben zeigen, dass die typischen Haustierrassen Rind, Schwein und Schaf bzw. Ziege gehalten wurden. Jagdwild stand seltener auf dem Speiseplan. Dass auch Hunde gehalten wurden, zeigt die Bissspur auf einem Rinderknochen.

 

Die bisherigen Erkenntnisse der vorläufigen Untersuchungen dieser großflächigen Siedlungszone deuten auf eine zentrale, vielleicht sogar überregional bedeutende Siedlung am Ende des 5. und zu Beginn des 4. Jahrtausends v. Chr. hin. Großen wissenschaftlichen Wert hat auch die Tatsache, dass viele Gruben keinerlei Vermischungen mit anderen Zeitstellungen aufweisen. Die dringend erwartete Analyse des Fundmaterials und der Dokumentation steht aber noch aus.

 

Ausstellung im archäologischen Depots des Landratsamts

Die Funde aus der Siedlung Murr lagern im Archäologischen Depot im Landratsamt Freising. Dort können die schönsten Fundstücke aus dieser Grabung in einer vom Archäologischen Verein Freising ausgestatteten Ausstellung jeden ersten Sonntag im Monat besichtigt werden.

 

Diese zeigt aber nicht nur das Münchshöfener Material, sondern einen Überblick zur gesamten Vor- und Frühgeschichte im Landkreis Freising, von den ersten Ackerbauern über die Bronze- und Eisenzeit, die Römer und das frühe Mittelalter bis in die Neuzeit.

 

Bericht von Delia Hurka, Kreisarchäologin


Aus dem Bildarchiv der Heimatpflege

Der Landkreis Freising - eine Bilddokumentation

Theo Goerge stellte 1970  gemeinsam mit seinem Bruder Rudolf großformatige Fotoalben zusammen. Sie waren für den damaligen Landrat Ludwig Schrittenloher gedacht und trugen den Titel  „Der Landkreis Freising – eine Bilddokumentation“. Die darin gezeigten Aufnahmen hatte Theo Goerge in den späten 60er Jahren während seiner zahlreichen Streifzüge durch den Landkreis gemacht. Goerge hielt Gebäude, Landschaften und Sehenswürdigkeiten im Bild fest, er portraitierte Menschen, dokumentierte aber auch wichtige Ereignisse und Feste.

 

Was damals als Momentaufnahme gedacht war, ist heute ein eindrucksvolles Zeugnis der Vergangenheit. Die Reihe „Heimatgeschichten“ präsentiert einige Fotografien aus dieser Dokumentation. Diese zeigen überwiegend Bewohner des Landkreises bei ihrer Arbeit. Die Namen der Protagonisten sind nicht bekannt. Wer die fotografierten Personen oder vielleicht sich selbst erkennt, kann sich unter Telefon 08161/600-151 im Landratsamt melden. Es wartet eine kleine Überraschung.

 

 

 

Haindlfing: Im zeitigen Frühjahr ist diese Ansicht von Haindlfing entstanden. Der Blick reicht vom Alten Berg in das Ampertal. Die Ortschaft war damals noch eine selbständige Gemeinde mit einer eigenen Pfarrei. Deutlich ist der Zwiebelturm der Pfarrkirche St. Laurentius zu erkennen, nur wenige Anwesen bestimmten damals das Ortsbild des Dorfes Haindlfing.

 

 

 

 

 

Gänsemagd: Routiniert lotst das junge Mädchen die schnatternde Gänseschar entlang des Wegs. Der Herbst mit Kirchweih und Martini ist noch weit, wie der blühende Baum verrät, noch droht dem Federvieh kein Ungemach. Der Ort des Geschehens und der Name der jungen Gänserin sind nicht überliefert. Wer kann hierzu etwas sagen?

 

 

 

 

Feldarbeit mit dem Ochsen: In Inkofen hat Theo Goerge diesen Bauern beim Eggen beobachtet. Der eingespannte Ochse trägt ein Stirnjoch und scheint darüber nicht besonders glücklich zu sein. Dies verrät zumindest der Blick des Tieres. In Bayern waren noch in den 60er Jahren vereinzelt Zugrinder  im Einsatz. Sie zu führen, erforderte großes Geschick.

 

 

 

 

Feldarbeit mit dem Pferdegespann: Dieses Pferdegespann zog bei Leonhardsbuch den Pflug.  Bis zum Zweiten Weltkrieg waren in Deutschland Pferde für die Landwirtschaft unentbehrlich. Mit der zunehmenden Vollmechanisierung ab den 1950erJahren verschwanden sie nach und nach von den Bauernhöfen. In der Forstwirtschaft haben Pferde auch heute noch ihre Bedeutung.

 

 

 

 

Feldarbeit mit dem Bulldog: Im südlichen Landkreis hatten sich Ende der 60er Jahre die Errungenschaften der Mechanisierung schon durchgesetzt: In Pulling wurden die Äcker mit Anhängepflug und Zugmaschine bearbeitet, deren Bedienung war anscheinend kinderleicht. Sorgfältig prüft der junge Mann auf seinem Traktor das Ergebnis seiner Arbeit. Wer kennt ihn?   

 

 

 

 

Auf dem Weg: Bei Inkofen hat Theo Goerge dieses Paar getroffen. Es scheint von der Feldarbeit zu kommen oder dorthin zu gehen, die Frau trägt Holzschuhe. Die poetische Stimmung der Aufnahme erinnert an ein altes Gemälde

 

 

 

 

Brotzeit am Wegesrand: Fünf junge Damen haben sich zur Brotzeit am Wegesrand niedergelassen, man freut sich auf einen Schluck Bier. Vermutlich entstand dieses Bild  in der Arbeitspause oder während der Rast auf einer Radtour. Genaueres könnte vielleicht eine der Damen berichten, falls sie sich auf dem Foto wiedererkennt.

 

 

 

 

Thann: Wie urzeitliche Behausungen stehen die Heugarben in der Landschaft, dahinter liegt auf einer Anhöhe die Ortschaft Thann mit seiner Wallfahrtskirche St. Ulrich. „Heumandl“ prägten damals im Hochsommer die bäuerliche Kulturlandschaft in ganz Bayern. Silo und Heugebläse haben sie heute von den Feldern verdrängt.

 

Bericht von Bernd Feiler, Heimat- und Kulturpflege


Aus dem Bildarchiv der Heimatpflege

Das Landratsamt als Kaserne des Königlich Bayerischen Feldartillerie-Regiments „Prinzregent Luitpold“

Im Jahr 1803 zogen Soldaten in das aufgehobene Kloster Neustift. Aus der Kaserne wurde 1906 die Tuchfabrik Feller und 1986 das Landratsamt Freising. Ende des 19. Jahrhunderts fotografierten Hauptmann J. Baumann und J. Wasum den Alltag der Kanoniere der Neustifter Kaserne. Die Fotos wurden im Jahr 1900 unter dem Titel „Unsere Kanoniere“ als Drucke bei den Vereinigten Kunstanstalten München veröffentlicht.  Die Aufnahmen gewähren einen interessanten Eindruck vom Kasernenleben vor über 100 Jahren und werfen einen Blick zurück auf das alte Neustift.

 

 

 

Turnen: Im heutigen Brunnenhof des Landratsamtes übten die Soldaten auf dem „Pferd“ die richtige Reithaltung, verbesserten ihre Kondition durch Klimmzüge am Reck und trainierten ihre  Balance auf dem Balken. Die Soldaten trugen dabei die Uniform, Sportkleidung war noch unbekannt.

 

 

 

 

 

Mannschaftsküche: Für die Zubereitung der Mahlzeiten waren die Soldaten selber zuständig. Allerdings nur die Mannschaft, die Offiziere speisten im Restaurant. Die Kasernenküche befand sich im östlichen Erdgeschoss des heutigen Landratsamtes.

 

 

 

 

 

 

Feuerlöschübung: Mit Feuerlöschübungen bereiteten sich die Neustifter Soldaten auf den Ernstfall vor. Die Kaserne verfügte zwar über eine Löschpumpe, genauso aber kamen noch Löscheimer zum Einsatz, wie im Hintergrund zu sehen ist. Eine Rettungsleiter und ein Schlauchwagen vervollständigten das Inventar der Löschtruppe. Die Übung fand vor dem heutigen Altbau statt.

 

 

Kirchgang: Der Gottesdienstbesuch war fester Bestandteil des Kasernenalltags. In der benachbarten Neustifter Pfarrkirche St. Peter und Paul versammelten sich die Soldaten streng nach Dienstgraden getrennt. Im Chorgestühl durften die Offiziere und Unteroffiziere Platz nehmen, während die Kanoniere und Fahrer in den Kirchenbänken saßen.  In den hinteren Reihen betete die Neustifter Bevölkerung. Die Aufnahme zeigt noch das barocke, nach 1891 von Karl und August Kraft übermalte Hochaltarbild der Kirche. Das Gemälde ist verschollen.

 

 

 

Im Kasernenhof: Zum Exerzieren gehören die Ausbildung im Waffengebrauch, aber auch das Körpertraining. Im Vordergrund erlernen die Soldaten die richtige militärische Haltung beim Gehen, während im Hintergrund der Umgang mit dem Säbel geübt wird. Der öde Exerzierplatz war einst  ein blühender Klostergarten und ist heute wieder eine grüne Oase, die der Bevölkerung offen steht.

 

 

 

 

Schwieriger Weg: Das erlernte militärische Wissen wurde in Manövern unter realistischen Bedingungen vertieft. An den Neustifter Hängen lernten die Soldaten, wie man schwere Kanonengeschütze transportiert. Ort des Geschehens ist die Wegegabelung an der Grottenau 1 in Freising-Neustift.

 

Bericht von Bernd Feiler, Heimat- und Kulturpflege

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