Weniger Lehrverträge bei IHK-Ausbildungsbetrieben im Landkreis

Der Landkreis Freising verzeichnet weniger Ausbildungsverträge. Wie die jüngsten Zahlen der IHK für München und Oberbayern zeigen, wurden 697 Lehrverträge in Industrie, Handel und Dienstleistungen neu abgeschlossen, ein Minus von fast drei Prozent gegenüber dem Vorjahr. 556 Verträge wurden in kaufmännischen und 141 in gewerblichen Ausbildungsberufen abgeschlossen. Damit ist der Rückgang im Landkreis ausgeprägter als der oberbayernweite Durchschnitt von Minus 0,6 Prozent.


„Für die Betriebe in der Region bleibt die Sicherung des Fachkräftenachwuchses schwierig. Die Suche nach geeigneten Bewerbern läuft praktisch das ganze Jahr über. Kreative Ideen, um Jugendliche für die Berufsausbildung zu begeistern, sind wichtiger denn je“, erklärt Otto Heinz, IHK-Vizepräsident und Vorsitzender des Regionalausschusses Erding-Freising.

 

Im vergangenen Jahr wurden der Agentur für Arbeit aus dem Landkreis insgesamt fast 1.120 freie Lehrstellen in allen Ausbildungsbereichen  gemeldet – darunter auch in Handwerk und freien Berufen. 210 davon sind nach Beginn des Lehrjahres im September 2016 unbesetzt geblieben, nur 22 Bewerber konnten nicht versorgt werden.


„Vor allem kleine und mittlere Unternehmen werben intensiv um jeden Schulabgänger und investieren so viel wie noch nie in die Ausbildung. Aufgrund der guten Konjunktur und des Fachkräftemangels bieten sie reichlich Lehrstellen an, erhalten aber zu wenige Bewerber“, so der Moosburger  Unternehmer weiter. Hauptgründe dafür seien rückläufige Schulabgängerzahlen in Mittel- und Realschulen sowie der Trend zu weiterführenden Schulen und zum Studium.

 

Heinz empfiehlt deshalb den Unternehmen, gemeinsam mit ihren Azubis an der IHK-Aktion „AzubiScous“ teilzunehmen. „Es gibt keine besseren Botschafter für das eigene Unternehmen als die Lehrlinge selbst. Denn sie erreichen die Schulabgänger auf Augenhöhe und können für die Ausbildung im Betrieb begeistern.“


Die Anzahl der im Landkreis aktiven IHK-Ausbildungsbetriebe hat um sieben Firmen auf 401 zugenommen. Zusammen stehen sie für rund 60 Prozent der Ausbildungsverträge.