"Tierheim Landkreis Freising" feiert Richtfest

„Heute ist ein guter Tag für alle Tiere und Tierschutzfreunde.“ Beinahe zehn Jahre lang kämpften der Tierschutzverein Freising und sein Vorsitzender Joseph Popp dafür, ein Tierheim im Landkreis Freising bauen zu dürfen. Seit April wird tatsächlich gebaut. Am Sonntag, 22. Oktober, wurde nun Richtfest gefeiert. Landrat Josef Hauner lobte das Durchhaltevermögen und zeigte wie alle anderen Anwesenden seine Freude über das bereits Erreichte. Auch wenn das Gebäude, das an der Staatsstraße 2350 zwischen Mintraching und Dietersheim entsteht, erst der Anfang sein soll.

 

„Es war mir stets ein großes Anliegen, dass wir als einer der letzten Landkreise in Bayern ein Tierheim bekommen“, sagte der Landrat. Der Weg bis hin zur Verwirklichung des Projekts jedoch sei ein steiniger gewesen. Bau, Freiflächen, Zufahrt – immer wieder mussten die Pläne geändert, zahllose Behörden und Fachplaner angehört werden, resümierte Hauner. Auch das Landratsamt sei mit Amtstierärztin Dr. Ulrike Schweinzer und als Baugenehmigungsbehörde eng beteiligt. „Viel Herzblut“ sei zudem in das Vorhaben geflossen. „Dass wir heute Richtfest feiern können, ist dem Engagement unserer Tierschützer zu verdanken.“

 

Start am 1. März 2018 geplant

Nachdem er 2008 Vorsitzender des Tierschutzvereins geworden sei, habe er begonnen, Angebote für geeignete Grundstücke einzuholen, erinnerte sich Joseph Popp. Mitte 2012 sei der damalige Neufahrner Bürgermeister Rainer Schneider an ihn heran getreten und habe ihm das Areal an der St 2350 gezeigt. Popp bedankte sich ausdrücklich beim Neufahrner Gemeinderat, der es dem Verein ermöglicht hatte, dort zu bauen. Nach weiteren knapp fünf Jahren der Planungen wurde am 1. April der erste Spatenstich gesetzt. „Eine schier unendliche Geschichte geht zu Ende“, sagte Hauner. Wenn alles glatt läuft, soll das Tierheim am 1. März 2018 seine Pforten öffnen.

 

15 Gemeinden beteiligen sich an der Finanzierung – und zwar nicht nur des Baus, sondern auch des späteren Betriebs. „Das ist ein tolles Beispiel für interkommunale Zusammenarbeit“, lobte Landrat Hauner. „Wir sehen uns Tierheim des Landkreises Freising“, so Popp. Daher appellierte er an die sieben anwesenden Bürgermeister, sich bei deren Amtskollegen stark zu machen. „Wirken Sie bitte darauf hin, dass auch die anderen Gemeinden mitmachen“, so Popp. Insbesondere die Kommunen im Norden und Osten haben sich bisher nicht bereit erklärt, da sie unter anderem einen örtlichen Bezug zum Tierheim Heinzelwinkl im Landkreis Landshut haben.

 

Tierheime seien „notwendiger denn je“, sagte Evelyn Ofensberger, Justitiarin des Deutschen Tierschutzbundes. Sehr viele Tiere würden in den Tierheimen abgegeben. Außerdem gebe es eine deutliche Zunahme von illegalen Tiertransporten. „Das ist das drittlukrativste Geschäft, gleich nach Waffen und Drogen“, sagte Ofensberger. Daher freue es sie „außerordentlich“, dass das Tierheim im Landkreis Freising nun Gestalt annehme.

 

„Bescheidener Bau“

Die Besucher des Richtfestes waren vor der Kälte am Sonntag gut geschützt, weil die erste Dachschicht schon auf dem Gebäude installiert worden war, ebenso wie die Fenster. Bereiche für Katzen, Hunde und andere Kleintiere entstehen hier ebenso wie ein Verwaltungsbereich und eine Quarantänestation. „Es ist ein bescheidener Bau, der sich in die Landschaft einfügt“, sagte Architekt Prof. Michael Gaenssler. Allerdings musste das Projekt aufgrund der finanziellen Lage auf ein Minimum reduziert werden. Der Tierschutzverein benötigt weiterhin Spenden, schließlich steuert er selbst rund 600.000 Euro bei. „Es ist ein guter Anfang gemacht“, sagte Popp. „Aber wir werden in Zukunft weiter ausbauen müssen.“

Richtspruch von Zimmerer Josef Siebler

Kater "Anton" begrüßt seine Gäste

Landrat Josef Hauner (v.r.) und Joseph Popp warten auf den Richtspruch

Im Rohbau versammelten sich viele Besucher

Vorsitzender Joseph Popp erläuterte bei einem Rundgang die Räumlichkeiten

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