Tag der offenen Tür bei der Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung Freising

Nicht allein sein auf dem letzten Weg. Schwerstkranke Menschen, die an einer unheilbaren, weit fortgeschrittenen Erkrankung leiden, sollen wenn möglich ihre letzte Lebensphase zuhause verbringen können. Wertvolle Hilfestellung leistet hier die Spezialisierte ambulante Palliativversorgung Freising (SAPV). Seit gut einem Jahr ergänzt das Team die Palliativlandschaft im Landkreis Freising, am Samstag (24. Juni) wurde mit einem Tag der offenen Tür entsprechend gefeiert.

 

Eine „Rund-um-die-Uhr-Versorgung“ leiste das multiprofessionelle Team aus Ärzten und Palliativpflegekräften, sagte Landrat Josef Hauner. Und zwar auf hohem fachlichem Niveau – medizinisch wie pflegerisch. „Sie sind eine wichtige Anlaufstation für Betroffene und Angehörige in unserer Region.“ Der Landkreis Freising habe mit einem Zuschuss Starthilfe gegeben, „weil wir überzeugt sind, dass Sie eine enorm wichtige Tätigkeit ausüben“, so Hauner. Das SAPV-Team ersetze im Übrigen keine bestehenden Strukturen, sondern arbeite eng mit Ärzten, der Hospizgruppe Freising, Pflegediensten und dem Klinikum zusammen. „Das gemeinsame Ziel ist ein Leben in Würde bis zum Schluss.“

 

Aber auch – und ganz besonders – groß ist die Kooperation mit der Palliativstation im Klinikum, die jährlich durchschnittlich etwa 350 Menschen betreut. „Ganz großen Respekt“ zollte Hauner den ehrenamtlichen Hospizbegleitern. Mitglieder der Hospizgruppe Freising sind täglich auch auf der Station im Einsatz. „Ich kann mir vorstellen, wie schwierig es ist, sich auf Sterbende einzulassen.“

 

24-Stunden-Notdienst der Palliativversorgung

Gleichzeitig ist die Hospizgruppe Träger des SAPV-Teams Freising, ebenso wie die Charlotte und Carl Georg Maier-Stiftung. Karl-Heinz Sturm, Vorstandsvorsitzender der Stiftung, würdigte besonders Bruno Geßele, der durch seinen Einsatz als Geschäftsführer „in Rekordtempo“ die Genehmigung für das SAPV-Team erwirkt hatte. Den Aktiven dankte er für ihre Arbeit. „Darauf können Sie wirklich stolz sein.“

 

Dr. Adelheid Bisping-Arnold von der Hospizgruppe Freising berichtete vom Beginn des SAPV-Teams, das am 1. Februar 2016 seine Arbeit aufgenommen hatte. Zu wissen, dass es diesen 24-Stunden-Notdienst der ambulanten Palliativversorgung nun im Landkreis gebe, habe ihr persönlich bereits Erleichterung verschafft, als man ihrem Nachbarn den Wunsch erfüllen wollte, zuhause zu sterben.

 

Wie viel das bedeutet, das hatte auch Bürgermeisterin Eva Bönig schon erfahren. Deren Großvater und Großtante seien in ihrer gewohnten Umgebung gestorben. „Eingehüllt in Liebe und Fürsorge.“ Die Arbeit sei eine „emotionale Herausforderung“, sagte Bönig. Daher wünsche sie den Ärzten und Pflegekräften, „dass Sie stets die nötige Kraft aus dem Team schöpfen können“.

 

Charta unterzeichnet

Franziska Kopitzsch von der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin stellte die Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland vor, die Bruno Geßele im Anschluss unterschrieb. 200 Experten aus über 50 gesellschafts- und gesundheitspolitischen Organisationen hätten das 32-seitige Werk gemeinsam erarbeitet, sagte Kopitzsch. Darin enthalten sind fünf Leitsätze zum Umgang mit sterbenden Menschen. Die Charta sei Begründung für das 2015 verabschiedete Hospiz- und Palliativgesetz gewesen. Die SAPV gehe mit der Unterzeichnung eine „ideele Verpflichtung“ ein, nach den fünf Leitsätzen zu denken und zu arbeiten. „Aber vieles davon leben Sie ohnehin schon.“

Die Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland wurde unterzeichnet

Franziska Kopitzsch erläuterte die Charta

"Enorm wichtig" sei die Arbeit des SAPV-Teams Freising, betonte Landrat Josef Hauner