Spatenstich für das neue Sportzentrum Haag

Immer wenn der Regen scheinbar gar nicht mehr aufhören will, vom Himmel zu fallen. Immer wenn die ersten Meldungen kommen, dass Flüsse über die Ufer treten könnten. Immer dann haben die Sportler in Haag Angst um ihre Sportstätten. Land unter hieß es im Juli 2013, als die gesamte Anlage einer Seenlandschaft glich. Diese Zeiten sollen bald vorbei sein, denn der VfR und die Graf-Lodron-Schützen bauen gemeinsam ein neues Sportzentrum. „Damit ist Zukunft der Vereine auf Jahrzehnte gesichert“, sagte Landrat Josef Hauner beim ersten Spatenstich am Donnerstag (1. Juni).

 

Seit die Anlagen samt Vereinsheim im Überschwemmungsgebiet der Amper gebaut wurden, werden die Fußball- und Tennisplätze, die Schulsportanlage sowie das Sport- und Tennisheim regelmäßig überschwemmt. Beim Hochwasser 2013 stand das ganze Areal meterhoch unter Wasser. Auch die Schießstände der Graf-Lodron-Schützen im Keller des Sportheims wurden beschädigt.

 

Hochwasser-Hilfsprogramme bieten "einmalige Chance"

„Nach dem Hochwasser waren wir alle ganz schön niedergeschlagen“, sagte Bürgermeister Anton Geier. „Schließlich war die Stockschützenhalle noch nicht mal eingeweiht.“ Es gab Überlegungen, eventuell sogar das komplette Sportgelände zu verlegen. Aber dann hat der VfR eine „einmalige Chance ergriffen“, betonte Vorsitzender Helmut Leitl. Die Hochwasser-Hilfsprogramme von Bund und Ländern machten es möglich, einen Ersatzneubau für das Vereinsheim zu realisieren sowie die Außenanlagen und Parkplätze zu sanieren. Eine Förderung von 5,3 Millionen Euro ist seitens der Regierung zugesagt worden, bei geplanten Baukosten von 6,5 Millionen Euro. Die Differenz versucht der Verein durch Einsparungen und Eigenleistungen weitgehend zu minimieren. „Da sind wir auf einem sehr guten Weg“, sagte Leitl.

 

Ein Dank des Vorsitzenden und des Bürgermeisters galt unter anderem Landrat Hauner und seinen Mitarbeitern, „für die schnelle Genehmigung“. Er habe mitbekommen, wie schwierig die Organisation in den vergangenen vier Jahren war, sagte Hauner. „Darum freue ich mich sehr, dass jetzt etwas voran geht.“ Er bedankte sich allen voran bei den Ehrenamtlichen, die sich für das Projekt stark gemacht und bereits Zeit, Wissen und Engagement eingebracht hätten.

 

Komplett neues Sportzentrum

Beim ersten Spatenstich gab es sogar schon etwas zu sehen. Das Gelände ist aufgeschüttet, die ersten Arbeiten am Fundament erledigt. Es entsteht ein hochwassersicheres Gebäude auf einem zwei Meter hohen Kieshügel zwischen Tennisheim und Hauptplatz. „Wir bekommen ein komplett neues Sportzentrum. Das Einzige, was alt bleibt, ist eigentlich nix“, sagte Leitl und sorgte für Erheiterung. Es wird ein neues Domizil für die Fußballer und alle anderen VfR-Abteilungen sowie für die Schützen, das barrierefrei erreichbar und hochwassersicher ist. „Ein Projekt für die Zukunft“, sagte Geier. Das Vereinsheim wird 40 Zentimeter über dem Pegel eines 100-jährigen Hochwassers stehen. Hauner: „Da kann man eigentlich ganz ruhig bleiben, wenn im Radio mal wieder Hochwasser an der Amper angesagt wird.“

Den ersten Spatenstich setzten Anton Behr (Bauleiter der Firma Wacker), Bürgermeister Anton Geier, Landrat Josef Hauner, Helmut Grepmair (Stein und Partner Projektmanagement), Landschaftsarchitekt Albert Schneider, VfR-Vorsitzender Helmut Leitl und Architekt Peter Wacker

Mittendrin im Sportgelände entsteht das neue Vereinsheim