Rote Tonne auf den Wertstoffhöfen

Seit Anfang Mai werden Druckerpatronen, Tonerkartuschen und Tintenpatronen aus Druckern, Faxgeräten und Kopierern sowie digitale Datenträger (CDs, DVDs und Disketten) in den Wertstoffhöfen der Städte, Märkte und Gemeinden des Landkreises Freising gesammelt und der Wiederverwertung zugeführt.

 

 

 

 

Drucker stehen nicht mehr nur in Büros, Kanzleien oder Arztpraxen. Einen Drucker hat heute fast jeder zu Hause. Ist die Tintenpatrone oder Tonerkartusche verbraucht, stellt sich die Frage nach der Entsorgung. Zum Teil nehmen Händler die Module zurück, häufig aber beschränkt auf bestimmte Marken oder Druckermodelle. Einige Hersteller bieten eine kostenfreie Rücksendung an, was aber als umständlich gilt und daher eher selten in Anspruch genommen wird. So landen Verbrauchsmaterialien aus Druckern, Kopierern und Faxgeräten bisher meist in der Restmülltonne. Damit ist es im Landkreis Freising bald vorbei: Ab Anfang Mai stellt die Kommunale Abfallwirtschaft des Landratsamts Freising in Kooperation mit einem Recyclingpartner die Rote Tonne für die Sammlung von leeren Tonerkartuschen und Drucker- und Tintenpatronen auf. Neben Druckermodulen können in den Roten Wertstoffsammelbehältern auch digitale Datenträger wie CDs, DVDs und Disketten entsorgt werden, aber ohne Schutzhülle, deren Recycling derzeit nicht möglich ist.

 

Die gesammelten Druckermodule werden in einem Recyclingbetrieb zunächst manuell nach Typ getrennt. Aktuell gibt es mehr als 20 000 verschiedene Druckerverbrauchsmaterialtypen, die für eine optimale Verwertung identifiziert und sortiert werden müssen. Im Anschluss daran erfolgt eine Qualitätskontrolle, bei der beispielsweise die Funktionalität der Kartuschen und die Eignung der Sammelware für den Recyclingprozess geprüft werden. Im nächsten Schritt werden die Materialien an Recyclingunternehmen abgegeben, die sich auf die Aufbereitung bzw. Wiederbefüllung der verschiedenen Modellgruppen spezialisiert haben. Zur Wiederaufbereitung werden die Originalmodule zerlegt, gereinigt und Verschleißteile wie Dichtungen, Bildtrommel und Transferrollen ausgetauscht. Danach erfolgt die Wiederbefüllung mit neuem Toner. Auch aus Druckermodulen, die sich nicht mehr zum Wiederbefüllen eignen oder von früheren Druckergenerationen stammen, lassen sich noch wertvolle Bestandteile gewinnen.

 

Die digitalen Datenträger wie CDs, DVDs und Disketten bestehen überwiegend aus Polycarbonat, einem hochwertigen und verhältnismäßig teuren Kunststoff. CDs und DVDs lassen sich mit geringem Aufwand recyceln. Sie werden zur stofflichen Verwertung entschichtet und granuliert. Das so gewonnene Polycarbonat-Granulat wird in Produktionsprozessen vollständig wieder verwendet, daraus werden zum Beispiel Produkte für die Medizintechnik, die Automobil- und die Computerindustrie, aber auch wieder CDs und DVDs hergestellt.

 

Die Aufbereitung dieser Verbrauchsgegenstände leistet einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz, da Abfallmengen verringert und Ressourcen geschont werden.