Jobcenter: Passgenaue Angebote

2600 Menschen sind im Landkreis Freising aktuell auf Arbeitslosengeld 2 angewiesen. „Dahinter verbirgt sich keine homogene sondern eine bunte und vielfältige Gruppe“, machte Geschäftsführer Bernhard Reiml in der jüngsten Trägerversammlung des Jobcenters deutlich. „Entsprechend ist unsere Arbeitsweise: wir sind bemüht, für jeden unserer Kunden ein passgenaues Angebot zu schneidern.“

 

Um das zu erreichen, muss erst einmal nach den Ursachen für die Langzeitarbeitslosigkeit geschaut werden. Ist es die Gesundheit, sind es mangelnde Sprachkenntnisse, liegt es am Alter, was kann es sonst für Gründe geben? Bei der Betrachtung der Leistungsfähigkeit wird auch geprüft, ob und unter welchen Umständen eine Rückkehr auf den Arbeitsmarkt möglich ist. „Wir haben einen ganzen Katalog an Möglichkeiten zur Unterstützung“, betonte Reiml. Das sind etwa Eingliederungszuschüsse für Arbeitgeber, die Personen einstellen, deren Leistungsfähigkeit nicht bei 100 Prozent liegt, die Möglichkeit zum Probearbeiten, die Teilnahme an Sprachkursen, beruflichen Weiterqualifizierungen, aber auch an Umschulungsmaßnahmen. „Im Jobcenter gibt es kein 0815-Schema“, fasste Karin Weber, als Leiterin der Freisinger Agentur für Arbeit eine der Trägerinnen des Jobcenters, ihre Eindrücke zusammen. „Die Mitarbeiter müssen flexibel sein und sehr auf den einzelnen Menschen eingehen.“ Landrat Josef Hauner, der als Landkreis-Chef den zweiten Träger des Jobcenters vertritt, freute sich über den guten Arbeitsmarkt im Landkreis Freising mit derzeit 4000 offenen Stellen. Auch er bedankte sich bei dem engagierten Team des Jobcenters und wünschte den Mitarbeitern weiterhin viel Erfolg bei ihrer wichtigen Aufgabe.

 

Im vergangenen Jahr ist es 604 Mal gelungen, einen Arbeitssuchenden wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Das Ziel für dieses Jahr liegt bei mindestens 610 Personen. „Die Konjunktur hat 2016 gebrummt und die Arbeitgeber waren bereit, auch unseren Kunden eine Chance zu geben“, freute sich Bernhard Reiml.

 

Während sich 2016 die Gruppe der Asylbewerber noch nicht allzu stark im Jobcenter bemerkbar gemacht hat, rechnen die Fachleute hiermit aber für 2017. „Es wird eine hohe Zahl an Zugängen von geflüchteten Menschen erwartet, professionelle Beratung und adäquate Förderansätze sind hier gefordert“, heißt es im Arbeitsmarktprogramm 2017, das auf der Homepage des Jobcenters (www.jobcenter-freising.de) veröffentlicht ist. „Zudem stellt sich die Aufgabe, den geflüchteten Menschen, die ihre Integrationskurse abschließen, eine Anschlussperspektive ohne Zeitverzug zu bieten“. Die Jobcenter hätten aus früheren Fehlern gelernt, erläuterte Reiml in der Trägerversammlung. Es habe Zeiten gegeben, in denen schnellstmöglich in irgendeinen Job ohne jegliche Qualifikation vermittelt wurde. „Ich denke da zum Beispiel an Müller-Brot in Neufahrn, wo viele Arbeiter überhaupt kein Deutsch konnten und die nach der Insolvenz der Firma natürlich höchste Schwierigkeiten hatten, eine neue Arbeit zu finden“. Jetzt steht die passgenaue Vermittlung von Unterstützungsmöglichkeiten im Vordergrund, die letztendlich zu guten, dauerhaften Arbeitsplätzen führen soll.