Jeder wird gewinnen: Projekt Bildungsregion gestartet

Der Mittel- und Oberstufen-Chor des Camerloher Gymnasiums umrahmte die Veranstaltung musikalisch.

Regierungspräsident Christoph Hillenbrand motivierte zur Teilnahme und Mitgestaltung.

Als Initiator für die Bildungsregion Landkreis Freising gab Landrat Josef Hauner den Startschuss beim ersten Dialogforum am 13. April 2016.

66 Interessierte meldeten sich spontan am Ende der Veranstaltung, um in einer der sechs Arbeitsgruppen für ein Jahr mitzuarbeiten.

Die Leiterinnen und Leiter der Arbeitsgruppen freuen sich auf zahlreiche Mitstreiter.

Rund 250 Bürgerinnen und Bürger waren gekommen, um das Projekt "Bildungsregion Freising" gemeinsam zu starten.

Über 250 Gäste hatten sich in der Aula des Camerloher-Gymnasiums eingefunden, um gemeinsam den Startschuss zur "Bildungsregion Landkreis Freising" zu geben. Ziel ist es, sämtliche Bildungsangebote des Landkreises optimal zu vernetzen und hierbei mögliche Schwachstellen festzustellen. Dies bedeutet, 121 Kindertagesstätten, 30 Grundschulen, elf Mittelschulen, drei Förderschulen, drei Realschulen, neun berufliche Schulen, zwei Hochschulen, neun Volkshochschulen, drei Musikschulen und die Jugendhilfe in den Dialog miteinzubinden.

 

In den sechs angebotenen Arbeitskreisen soll somit nicht nur der Ist-Zustand analysiert werden, sondern es sollen konkrete Projekte entwickelt werden, die die Bildung für alle Bürgerinnen und Bürger des Landkreises verbessern. Eine gewaltige Aufgabe!

 

Landkreis Freising ist "Vorreiter" im sozialen Engagement für Kinder

Zunächst war Regierungspräsident Christoph Hillenbrand jedoch voll des Lobes über das, was der Landkreis in Sachen Bildung bereits zu bieten hat. Er erinnerte daran, dass der Landkreis Freising im Deutschen Lernatlas der Bertelsmann Stiftung aus dem Jahr 2011 deutschlandweit unter vergleichbaren Regionen an zehnter Stelle (von 144) steht. "Ein absoluter Vorreiter ist der Landkreis auch im Bereich des sozialen Engagements für Kinder und Jugendliche."

 

Ministerialdirigent Stefan Graf vom Kultusministerium warnte die Teilnehmer aus den Bereichen Schule und Bildung, Jugendhilfe, Wirtschaft, Politik und Behörden mit einem Augenzwinkern: "Von einem 'Sehr gut' zu einer 'Eins mit Sternchen' zu kommen, erfordert sehr große Anstrengung." Diese scheuen die Beteiligten aus dem Landkreis ganz offensichtlich nicht: Unmittelbar nach der Auftaktveranstaltung trugen sich bereits 66 Personen in ausgelegte Listen ein und dokumentierten damit, dass sie sich im ganzen kommenden Jahr an einer der Arbeitsgruppen im Bereich der Bildungsregion beteiligen wollen - getreu dem Leitspruch des amerikanischen Industriellen Henry Ford "Es gibt nichts, was nicht noch besser gemacht werden kann", an den der Ministerialdirigent erinnerte. "Jeder wird gewinnen!" versicherte er dem ohnehin äußerst motivierten Publikum.

 

Ministerialbeauftragter Ernst Fischer von der Konferenz der Schulaufsicht Oberbayern machte deutlich, dass ein Mitmachen bei der Bildungsregion gleichbedeutend ist mit Mitbestimmen, was im Landkreis Freising in den nächsten Jahren wichtig ist. "Sie haben es in der Hand, welche Schwerpunkte der Landkreis Freising setzen wird".

 

Sechs Arbeitskreise

Dies wird im Verlaufe des kommenden Jahres in sechs Arbeitsgruppen geschehen, in denen Fachleute und interessierte Bürger zu verschiedenen schulischen und außerschulischen Themen zusammenarbeiten, die Entwicklung der Bürgergesellschaft und den demografischen Wandel berücksichtigen und vor allem auch lebenslanges Lernen mit einbeziehen. "Die Integration tausender Flüchtlinge jeden Alters wird in nächster Zeit ebenfalls zu einer großen gesamtgesellschaftlichen Aufgabe", machte Landrat Josef Hauner deutlich. "Dies wird nur über Bildung, vor allem über das Beherrschen der deutschen Sprache funktionieren. Sie wird auch den Landkreis Freising nicht unerheblich beeinflussen. Dafür arbeiten alle Beteiligten eng zusammen und lernen durch den regelmäßigen Austausch auch viel voneinander", so der Landkreis-Chef. "Projektideen werden weiterentwickelt und auch neue Ideen geboren." Die Ergebnisse werden am Ende in einer öffentlichen Veranstaltung vorgestellt und dem Staatsministerium als Bewerbung übergeben.

 

Regierungspräsident Christoph Hillenbrand berichtete von den wertvollen Effekten, die dieser Prozess für die 70 Landkreise und kreisfreien Städte, die sich bereits beteiligt haben, hatte: Das gegenseitige Kennenlernen, die gemeinsame Analyse des Ist-Zustandes und schließlich die Schlussfolgerungen, wie man auf definierte Defizite und Schwachstellen gezielt reagieren kann. Oft wurden auch parallele Strukturen verschlankt und freiwerdende Kapazitäten anderweitig genutzt. Netzwerke wurden gebildet, bereits erfolgreiche Projekte ausgeweitet und auf andere Bereiche übertragen, neue Wege und Möglichkeiten entdeckt und praktisch umgesetzt.

 

Um den Prozess nachhaltig zu gestalten, hat der Landkreis Freising bereits eine Stelle im Landratsamt geschaffen, die den Prozess in Zukunft koordinieren wird.Interessierte, die noch Informationen wünschen oder bei einer Arbeitsgruppe mitarbeiten möchten, können sich an die Projektleiterin Petra Lichtenfeld (08161/600214; petra.lichtenfeld@kreis-fs.de) wenden.

 

Weitere Informationen zur Bildungsregion Freising finden sich hier.