In Südbayern einmaliges Ausbildungsprojekt „Schüler leiten Schüler an“ am Klinikum Freising

Das erste Mal richtig in die Arbeitswelt einsteigen – das ist in jeder Ausbildung nicht nur ein spannendes Erlebnis, sondern auch eine große Herausforderung. So geht es auch den 30 Schülerinnen und Schülern, die im Oktober ihre Ausbildung an der Berufsfachschule für Krankenpflege der Klinikum Freising GmbH begonnen haben. Damit der Start in das spätere Arbeitsumfeld gut gelingt, gibt es dort das Projekt „Schüler leiten Schüler an“, das in dieser Form in Südbayern einmalig ist. Gerade hat es am Klinikum Freising stattgefunden.


Dabei werden die neuen Schülerinnen und Schüler von ihren Mitschülern vor allem aus dem dritten und teilweise aus dem zweiten Ausbildungsjahr auf den ersten Praxiseinsatz vorbereitet und bei diesem begleitet. Vor dem viertägigen Praxisteil, der auf den Stationen des Klinikums stattfindet, werden die Neulinge mit Workshops beispielsweise zum Thema Hygiene fit gemacht. Unterstützt werden alle Schüler vom Lehrerteam und den Praxisanleitern, das sind speziell geschulte, erfahrene Pflegekräfte.


Nach der Workshop-Phase, die mindestens vier Tage dauert, geht es auf die Stationen des Klinikums Freising. Die Neulinge sind dabei nicht im Dienstplan eingeplant, sondern bleiben explizit Schüler. So können sie in Ruhe die Örtlichkeiten sowie die Teams der Stationen kennenlernen und Pflegemaßnahmen, die in der Schule eingeübt werden, vertiefen und am Patienten anwenden. Dazu gehören beispielsweise das „richtige Liegen“ der Patienten, die Kontrolle der Vitalzeichen und die
Grundpflege.


„Dieser Projektablauf ist besonders wichtig, da viele Schüler im ersten Lehrjahr wenig Vorkenntnisse in der Pflege haben und oft nur ein Schnupperpraktikum von zwei Wochen absolviert haben“, sagt Schulleiterin Eva Gall. „Der erste Patientenkontakt erfolgt nach den Trockenübungen in direkter Betreuung mit den schon erfahrenen Schülern, was Sicherheit auf beiden Seiten gibt.“ Die Schülerinnen und Schüler werden zudem täglich von den Lehrkräften auf den Stationen besucht. Dadurch können Fragen, die über das Tagesgeschäft auf der Station hinausgehen, zeitnah geklärt werden.


Das Projekt bringt für alle beteiligten Schüler Fortschritte in der eigenen Leistungsentwicklung: Die Schüler im ersten Jahr profitieren davon, im geschützten Rahmen in die Arbeitswelt der Pflege einzusteigen. Die Zweit- und Drittkursschüler können ihr eigenes Wissen testen, auch ob ihnen zukünftig Aufgaben in der Anleitung gefallen würden. Gleichzeitig stellen sich bei den älteren Schülern Erfolgserlebnisse ein, weil ihnen klar wird, was sie während der Ausbildung schon alles gelernt haben.


Möglich wird dieses besondere Ausbildungsmodul nur durch die enge Zusammenarbeit von Krankenpflegeschule und Klinikum Freising. „Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen Stationen für die
Unterstützung und wünschen den Erstkursschülern einen guten Start in den Klinikalltag“, sagt Schulleiterin Gall.

Schulleiterin Eva Gall und Klinikums-Geschäftsführer Andreas Holzner besuchen Pflegeschülerin Lea und Schwester Sylvia auf der Station B5. Das Blutzuckermessen meistert Lea bestens

Dokumentation gehört dazu und will gelernt sein: Isabella aus dem dritten Lehrjahr erklärt Anna, wie es am besten geht

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