Fachkräfte sichern - Jobs für Eltern schaffen: Karin Weber appelliert an die Arbeitgeber

Die großen Ferien sind vorbei, für die Abc-Schützen hat der Schulalltag begonnen. Im Landkreis Freising hatten am Dienstag auch rund 50 Kinder, deren Familien derzeit Leistungen aus der Grundsicherung („Hartz IV“) beziehen, ihren ersten Schultag.


„Eine gute Schulbildung legt den Grundstein für eine erfolgreiche berufliche Zukunft. Wichtig ist, dass Kinder dabei möglichst von Anfang an Vorbilder haben, die ihnen vermitteln können, dass Lernen und Arbeiten zum Leben gehören“, weiß Karin Weber, Chefin der Agentur für Arbeit Freising. Zum Schulbeginn richtet sie deshalb einen Appell gezielt an die Arbeitgeber der Region: „Ermöglichen Sie den Eltern dieser Kinder jetzt einen Neustart und bieten Sie ihnen berufliche Perspektiven an. Nutzen Sie die Chance, motivierte und qualifizierte Mitarbeiter für Ihren Betrieb zu gewinnen. Sie werden sehen, es lohnt sich.“



Aktuell leben im Landkreis Freising rund 550 Familien mit Kindern unter 18 Jahren, die aus verschiedenen Gründen auf Leistungen aus der Grundsicherung angewiesen sind. Darunter rund 320 alleinerziehende Mütter und Väter. Diesen Eltern steht im Jobcenter Freising mit Alexandra Weinzierl eine eigene Ansprechpartnerin zur Seite. Diese berät bei Fragen der Kinderbetreuung, informiert über Möglichkeiten der Ausbildung, Fortbildung und des Wiedereinstiegs in den Beruf.

 

Im Juni startete im Auftrag des Freisinger Jobcenters zudem erstmals das Projekt „RückenWind“: Mütter und Väter werden bereits während der Elternzeit schrittweise auf eine Rückkehr ins Arbeitsleben vorbereitet. In ausführlichen Coaching-Einzelgesprächen wird zunächst die aktuelle Situation analysiert, werden Chancen erörtert, berufliche Pläne definiert und Schritte zur Umsetzung der Ziele festgelegt. Die erarbeiteten Themen werden anschließend in Kleingruppen-Workshops vertieft. „Wir setzen auf eine sehr individuelle und ganzheitliche Beratung von Müttern und Vätern und arbeiten intensiv daran, für diese das passende Beschäftigungsverhältnis zu finden“, erläutert Weinzierl.


Damit das gelingen kann, ist das Team des Freisinger Jobcenters aber auch auf die Unterstützung
der regionalen Betriebe angewiesen „Um den Spagat zwischen Elternsein und Beruf tatsächlich erfolgreich meistern zu können, sind familienfreundliche Rahmenbedingungen in den Betrieben – vor allem flexible Arbeitszeitmodelle – entscheidend“, so Weinzierl. Der Bedarf an Teilzeitstellen sei gerade bei Eltern von kleineren Kindern groß. Auch Telearbeit könne sowohl Betrieben als auch  Arbeitssuchenden neue Chancen eröffnen.


Arbeitgeber, die Jobs für Eltern anbieten möchten, können sich mit dem gemeinsamen Arbeitgeber-
Service der Agentur für Arbeit Freising und des Jobcenters Freising in Verbindung setzen. Dieser steht Unternehmen beratend zur Seite und stellt gerne den Kontakt zu geeigneten Bewerbern her. Der Arbeitgeber-Service ist montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr unter der kostenlosen Servicenummer 0800/4 5555 20 zu erreichen.