Zukunftsworkshop Integriertes Mobilitätskonzept

Individualverkehr vermeiden, ÖPNV stärken – das sind nur zwei der Ziele, die in der Region verfolgt werden müssen. „Sonst erleben wir über kurz oder lang den Verkehrsinfarkt“, sagte Landrat Josef Hauner im Rahmen eines Workshops innerhalb des Mobilitätskonzepts für die mittlere Isarregion und das Ampertal (MIA), bei dem die Mobilität der Zukunft im Mittelpunkt stand.  Vertreter aus Politik, Verwaltung, Unternehmen, Institutionen und Behörden erarbeiteten mutige Vorschläge für die Mobilitätszukunft der Region. Die zweitägige Veranstaltung am 22. und 23. Februar im Landratsamt Freising stellte den Startschuss der Konzeptionsphase dar.

 

Das integrierte Mobilitätskonzept der MIA-Region hat sich das Ziel gesetzt, gemeinsam eine zukunftsfähige und alternative Verkehrsstrategie zu entwerfen, ohne gedanklich an den Gemeindegrenzen aufzuhören. „Ein weiteres Wachstum kann die gesamte Region voraussichtlich nur verkraften, wenn zeitgleich die Verkehrsprobleme gelöst werden“, sagte Landrat Hauner, der die Gäste im Großen Sitzungssaal begrüßte. „Das Ziel ist klar: Wir brauchen ein Verkehrssystem der Zukunft, das nachhaltig und frei von Treibhausgasemissionen ist.“

 

Nach dem Auftakt im Oktober 2018 verfolgte der Zukunftsworkshop auf Grundlage der Bestandsanalyse das Ziel, eine gemeinsame Vision für die Mobilitätsregion sowie erste Maßnahmen zu entwickeln.

 

Im ersten Teil, der sog. „Problemphase“, wurde die aktuelle Lage geschildert. Dazu stellte die Arbeitsgemeinschaft aus Schlothauer & Wauer, TUM Professur für Siedlungsentwicklung und Verkehr sowie Green City Experience Ergebnisse aus umfangreichen Status-Quo-Analysen vor. Das Publikum ergänzte und schärfte einige Kernaussagen, um so den Ist-Zustand genau zu definieren und Probleme klar zu benennen.

 

In der zweiten Visionsphase wurden gemeinsam Leitsätze entwickelt, die den Zielzustand 2040 beschreiben. In kleinen Themengruppen befassten sich die Anwesenden mit unterschiedlichen Aspekten der Entwicklung wie „Infrastruktur, Angebot und Erreichbarkeit“ oder „Raumstruktur, Kooperation und regionale Vernetzung“. Die positiven, aber noch abstrakten Visionen zeigen eine hohe Einigkeit und Bereitschaft aller Teilnehmenden, sich auf die ambitionierten Leitsätze einzulassen und diese als Grundlage für die Maßnahmenentwicklung zu nutzen.

 

Als Beispiel wurde als Leitsatz in die Vision eingebracht: „Es gibt keine regionalen Barrieren mehr. Grenzen in der Zuständigkeit von Aufgabenträgern spielen keine Rolle mehr für Angebote und Finanzierung.“ Ein weiterer Leitsatz ist beispielhaft: „Der erweiterte Umweltverbund (ÖV, Fußverkehr, Radverkehr, Carsharing, on-demand-Service, Bikesharing, Taxi, flexible Bedienformen) ist so attraktiv, dass das Auto vermehrt nur dann benutzt wird, wenn es keine andere Möglichkeit gibt.“ Diese Leitsätze stellen Arbeitsergebnisse dar, die in ggf. überarbeiteter Form von den Experten in das Konzept integriert und in den Kommunen noch diskutiert werden sollen.

 

In der Realisierungsphase wurden anschließend konkrete Maßnahmen (z.B. Expressbus an der A9) erarbeitet. An sieben thematischen Stationen brachten die Teilnehmer Vorschläge ein: Da auch der ÖPNV in den beiden Landkreisen Freising und Erding eine größere Bedeutung haben muss, wäre ein Baustein die Schaffung von Stabsstellen für die ÖPNV-Beauftragten. Damit verbunden wurde auch die nachhaltige Bereitstellung von mehr Budget als Maßnahme genannt. Ebenso vorgeschlagen wurde die Stärkung von Ortskernen, u.a. durch die Förderung von Dorfläden.

 

Ergänzend zeigte die Arbeitsgemeinschaft diverse und bewährte Best-Practice-Beispiele nachhaltiger Mobilitätsangebote auf, inklusive innovativer Lösungen, Finanzierungsmöglichkeiten zur Umsetzung, sowie Möglichkeiten des Regionalmanagements.

 

Landrat Josef Hauner und Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher zeigten sich sehr zufrieden mit den Ergebnissen. Das Arbeiten und Miteinander während des Zukunftsworkshop war bei allen Teilnehmern höchst konzentriert, konstruktiv und bemerkenswert kooperativ.

 

Die Vorschläge werden nun fachlich ausgearbeitet und mit dem Lenkungskreis abgestimmt, bevor in einem nächsten Schritt Einzelgespräche in den beteiligten Kommunen über maßgeschneiderte Maßnahmenpakete geführt werden.

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