Wortakrobatik und ausdrucksstarke Bilder: Die Verleihung des Jugendkulturpreises 2019

„Mit Witz und Wortgewandtheit erzählt er auch bei trockenen Themen mitreißende Geschichten.“ Paulina Gastl ist wie die gesamte Jury begeistert vom Können des Poetry Slammers Philipp Potthast. Darum hat der junge Mann auch nun den Jugendkulturpreis 2019 bekommen. Landrat Josef Hauner übergab Urkunden und Pokale am Dienstag, 28. Mai, im Rahmen des Uferlos-Festivals.

 

„Ich habe mich selten über etwas so gefreut, wie über den Anruf, dass ich den Jugendkulturpreis gewonnen habe“, sagte der frisch gebackene Preisträger auf der Bühne des Kaffeehauszelts. Er habe gar nichts von seiner Teilnahme gewusst, angemeldet hatte ihn nämlich eine ehemalige Lehrerin aus Moosburg. Für sein Jura-Studium ist Potthast inzwischen nach München gezogen. „Ich bin aber weiterhin wahnsinnig gern in Freising.“ Er finde es ganz wichtig, dass es hier viel Kultur zu erleben gibt. „Darum freue ich mich so über diese Wertschätzung durch den Landkreis.“

 

Mit einer Hommage an Freising eröffnete Potthast auch den Abend. „Ein Novum“, sagte er zunächst. Schließlich gebe es sonst zu Beginn der Jugendkulturpreisverleihung stets musikalische Unterhaltung zu hören und zu sehen. Zwar sei er des Studiums wegen in die Landeshauptstadt gegangen, „aber in dir, Freising, werde ich immer zuhause sein“, sagte der junge Wortakrobat, der stimmlich leicht angeschlagen war. Der „Emporkömmling“ München nenne sich selbst Weltstadt mit Herz. „Dabei schlägt das Herz Altbayerns nur in deiner Brust, Freising.“

 

„Vielen Dank. Mit dieser Einlage haben Sie jede Musikgruppe hervorragend ersetzt“, lobte Landrat Hauner. „Kunst ist vielfältig“, sagte er in seiner Begrüßung. Kunst könne daraus bestehen, die richtigen Worte zu finden, Bilder im Kopf ausdrucksstark zu Papier zu bringen, den richtigen Augenblick zu erwischen und dann auf Auslöser zu drücken. „Diese Vielfältigkeit repräsentieren unsere diesjährigen Jugendkulturpreisträger. Sie dürfen heute hier einen Poetry Slammer, eine Autorin, eine Malerin und einen Fotografen erleben.“

 

Platz zwei ging an die 15-jährige Marie Huber. In ihrer Freizeit zeichnet sie kleine Illustrationen, von klein auf hat sie immer gern gemalt. „Angeblich habe ich schon mit zwei Jahren einen Mann mit roten Backen gemalt“, sagte sie. Ihre Werke bezeichnete sie als „Mischung zwischen Manga, Comic und Realität“. Huber male mit viel Ausdauer, Liebe zum Detail und einem stimmigen Farbkonzept, sagte Jurorin Lea Hayduk. „Es ist beachtlich, welch sehr eigenen Stil sie in ihrem Alter schon hat.“

 

Ausdrucksstarke Bilder kreiert auch Johannes Lesser – nur nicht mit Pinsel oder Bleistift, sondern mit der Fotokamera. Für sein Schaffen bekommt der 21-Jährige ebenso einen zweiten Preis. „Besonders gefallen hat uns die Abwechslung in seinen Fotos“, sagte Laudator Johannes Schüller aus dem Jugendkreistag. Vor etwa fünf Jahren habe ihn seine Mutter gebeten, ein paar Bilder für einen Kalender zu schießen, erzählte Johannes Lesser. Später seien „Freunde mit mir um 5 Uhr aufgestanden, um Fotos an der Stoibermühle zu machen“. Dort fotografiert er besonders gerne, denn das sei ein „unfassbar schönes Stück Landschaft“.

 

Und dann gab es für die Zuschauer im Kaffeehauszelt noch eine Lesung. Stefanie Peisker las aus ihrem Buch „Ocean Blue“ vor, das sie mit „Talent und Disziplin“ geschaffen hatte, so Laudatorin Paulina Gastl. „Das ist eine packende, in sich stimmige Abenteuergeschichte.“ Es sei „außergewöhnlich, mit 16 Jahren so ein Buch zu schreiben“. So wie die anderen Preisträger hat sie sich den Jugendkulturpreis redlich verdient.

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