Rückgang der Straftaten: Sicherheitsgespräch im Landratsamt

„In Oberbayern Nord zu leben, heißt sehr sehr sicher leben.“ Das ist das Fazit, das Günther Gietl, Präsident des Polizeipräsidiums Oberbayern-Nord, bei einem Pressegespräch zur Sicherheitslage im Landkreis Freising im Landratsamt zog. Ein „erfreulicher Rückgang der Kriminalität“ sei 2017 im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen gewesen – im gesamten Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums (zehn Landkreise sowie die Stadt Ingolstadt und der Flughafen) und auch im Landkreis Freising.

 

Seit zwei Jahren bietet das Polizeipräsidium diese Sicherheitsgespräche an, erstmals fand es nun im Freisinger Landratsamt statt. „Ich freue mich, dass das zustande gekommen ist, weil wir als Katastrophenschutzbehörde auch immer wieder mit Angelegenheiten der Polizei zu tun haben“, sagte Landrat Josef Hauner. Mit den Polizeidienststellen im Landkreis „arbeiten wir ausgezeichnet zusammen“.

 

6628 Straftaten weist die Statistik 2017 für den Landkreis Freising aus. Das ist gegenüber 2016 ein Rückgang von 4,6 %. Knapp 60 % der Fälle wurden aufgeklärt werden, die Quote sank leicht um 1,3 %. Die Kriminalitätsbelastung beläuft sich rechnerisch auf 3770 Straftaten je 100.000 Einwohner.

 

Leicht angestiegen ist die Zahl der Diebstähle (1818) im Landkreis. Dazu gehören auch die Wohnungseinbrüche. 88 Mal seien unbefugte in fremde Räumlichkeiten eingedrungen, zehnmal mehr als 2016. Heuer wurden bislang zwei vollendete und sieben versuchte Einbrüche registriert. „Die objektiven Fallzahlen und das subjektive Sicherheitsgefühl unterscheiden sich deutlich“, sagte Gietl. 2014 waren noch 140 Einbrüche gezählt worden. Ohnehin gebe es hier „Wellenbewegungen“. Die Zahlen von 2017 könnten in etwa mit denen von 2008 verglichen werden.

 

Jeweils um 9 % gesunken sind im gesamten Präsidiumsbereich und im Landkreis die aufgenommenen Sexualdelikte. Im Landkreis wurden im vergangenen Jahr 71 Fälle verzeichnet. Zwölf davon hatten Zuwanderer verübt. Überhaupt steigt der Anteil der ausländischen Tatverdächtigen bei Straftaten an, im Landkreis waren es 41 %. 519 Mal musste die Polizei zu Einsätzen in Asylbewerberunterkünften ausrücken. Landrat Hauner verwies in diesem Zusammenhang auf die dort installierten Sicherheitsdienste. „Das Geschehen vor Ort hat sich inzwischen normalisiert.“

 

Leichte Zuwächse meldete die Polizei bei sonstigen Straftaten wie Sachbeschädigungen oder Rohheitsdelikten wie Körperverletzung. Rückläufig sind dagegen auch Betrugsfälle.

 

„Kein Schwerpunkt“ sei der Landkreis Freising beim Thema Reichsbürger, sagte der Polizeipräsident. Das habe auch mit dem konsequenten Handeln des Landratsamts und der Polizei zu tun, fügte der Landrat hinzu. „Jedem kleinsten Anzeichen wird sofort nachgegangen.“

 

Mit 6446 ist die Zahl der Verkehrsunfälle im Landkreis um 1,1% angestiegen. Bei Wild- (+4,2 % auf 1664) und Motorradunfällen (+4,9 % auf 85) waren Anstiege zu registrieren, während es unter anderem deutlich weniger Schulwegunfälle, Unfallfluchten und Unfälle unter Alkoholeinfluss gab. Sechs Tote forderten die Geschehnisse im Jahr 2017. Ein Dorn im Auge ist den Verantwortlichen die vor allem bei Motorradfahrern beliebte „Rennstrecke“ an der Kreisstraße FS 8 zwischen Freising und Wippenhausen. Freisings PI-Chef Ernst Neuner kündigte an, dort Aktionen zu starten. „Um der Raserei Einhalt zu gebieten und die Lärmbelästigung in den Griff zu bekommen.“

 

Im Kreishaushalt 2018 enthalten sind die Mittel für ein neues Fahrzeug für den Bereich Jugendverkehrsunterricht. Die Polizisten gehen damit an die Schulen, um den Kindern früh die Verkehrsregeln beizubringen und ihnen nebenbei „die Scheu vor Polizisten zu nehmen“. 2019 soll dann ein weiteres Fahrzeug zur Verfügung gestellt werden.

Landrat Josef Hauner (Mitte) mit Polizeipräsident Günther Gietl (3.v.l.) sowie den Leitern der Polizeiinspektionen (v.l.): Hermann Eschenbecher (Neufahrn), Bernhard Konrad (Verkehrspolizei Freising), Kerstin Schaller (Flughafenpolizei), Ernst Neuner (Freising) und Christian Bidinger (Moosburg)

Polizeipräsident Gietl übergab Landrat Hauner die aktuelle Polizeistatistik

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