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Kulturpreis 2023: Preisträger stehen fest

Der Landkreis Freising verleiht alle zwei Jahre einen Kulturpreis. Daneben können Preise zur Anerkennung und Förderung vergeben werden. Eine Jury aus Kreisräten, Landrat Helmut Petz und der Kreisheimatpflege hat nun aus einer Vielzahl von Vorschlägen die Preisträger 2023 ausgewählt:

 

Der Kulturpreis 2023 wird an Michael Deppisch mit Deppisch Architekten aus Freising verliehen. Seit 2002 leistet das Freisinger Büro bedeutende Beiträge zur Baukultur im Landkreis Freising. Eine Vielzahl von zum Teil preisgekrönten Baumaßnahmen wurden von Michael Deppisch und seinen Mitarbeitern in geplant und realisiert.

 

Das neue Rathaus in Hörgertshausen bereichert seit 2005 das Ortsbild. Für das Mehrgenerationenhaus im Apfelgarten an der Karl-Schuster-Straße 11 in Freising bekam das Büro bereits den Preis für gute Baugestaltung im Landkreis Freising zuerkannt. „Neues Wohnen im Obstgarten“, ein Projekt, das 2020 in Marzling fertiggestellt wurde, umfasst drei neue Mehrfamilienhäuser. Im Mittelpunkt des Quartiers wird in einem nächsten Bauabschnitt ein historischer Barockstadel aus dem 18. Jahrhundert wiedererrichtet. Mit einem kleinen Hofladen und einem Café entsteht ein Begegnungsort für Bewohner und Nachbarn.

 

Der Erhalt und die Neubelebung von denkmalgeschützten Gebäuden sind wichtige Schwerpunkte der Arbeit von „Deppisch Architekten“. Den von Deppisch zum europäischen Künstlerhaus umgebauten Schafhof in Freising stellte 2007 die Bayerische Architektenkammer auf ihren Architektouren als beispielgebende Sanierung eines Baudenkmals vor. Für die Sanierung eines Freisinger Bürgerhauses aus dem 16. Jahrhundert an der Ziegelgasse erhielt das Team Deppisch den Bayerischen Denkmalpfleger Preis 2016.

 

Michael Deppisch und seine Mitarbeiter planen bzw. realisieren solide, zweckmäßige und schöne Architektur: Neubauten wie sanierte Baudenkmäler zeigen durchwegs eine harmonische Wechselwirkung mit ihrer natürlichen Umwelt und dem gebauten Umfeld. Die verwendeten Materialien und Baustoffe sind von hoher Qualität, alle Bauwerke sind energieeffizient und nachhaltig. Deppisch Architekten tragen damit nicht nur zum Erhalt, sondern auch zur Weiterentwicklung der Baukultur im Landkreis Freising bei.

 

Je ein Anerkennungspreis geht an den Spielmannszug Hörgertshausen, den Bildhauer und Musiker Ifeanyi Christian Okolo aus Nandlstadt sowie an Hans Werner Oswald von der Malschule Moosburg.

 

Der Spielmannszug Hörgertshausen ist seit seiner Gründung 1951 eine feste musikalische Institution der Gemeinde Hörgertshausen und weit über die Grenzen Bayerns bekannt. Er ist der älteste Spielmannszug im Landkreis Freising und seit 1963 der offizielle Spielmannszug des Bayerischen Sportschützenbundes. Kinder und Jugendliche werden mit kostenlosem Unterricht an die Musik in einer größeren Gruppe heranführt. Der Hörgertshausener Spielmannszug nimmt regelmäßig an Umzügen teil, beim Oktoberfestzug ist er seit 1963 ununterbrochen dabei. Im Jahr 2001 spielten die Hörgertshausener beim Staatsempfang des damaligen Bundespräsidenten Johannes Rau.

 

Ifeanyi Christian Okolo studierte an der Fakultät für Bildende Künste in Enugu/Nigeria Bildhauerei. Im Jahr 1996 machte er sich auf den Weg nach Berlin, streifte dort durch die Museen und studierte die Meisterwerke Afrikanischer Kunst. Drei Jahre später kam Ifeanyi Okolo nach Freising. Mittlerweile lebt und arbeitet er am Zeilhof bei Nandlstadt, wo er in seinem Atelier neben Gemälden teilweise überlebensgroße Skulpturen aus Holz, Metall, Ton, Wachs und Papier schafft. Bildwerke von Okolo wurden vor dem Jugendzentrum in Freising und im Amtsgerichtsgarten aufgestellt. Außerdem waren seine Arbeiten in zahlreichen Einzelausstellungen zu sehen, unter anderem in Berlin und Frankreich. Das Museum „Nations of Art“ in Berlin hat mehrere Arbeiten des Künstlers erworben. Ifeanyi Christian Okolo legt großen Wert darauf, als Zuwanderer etwas mitzubringen. Er bereichert damit die Kultur in der Region Freising.

 

Georg Hummitzsch war im Zweiten Weltkrieg im Kriegsgefangenenlager Stalag 7A in Moosburg beschäftigt. Als Maler porträtierte er dort zahlreiche Gefangene. Nach dem Krieg blieb Hummitzsch in Moosburg und gründete die gleichnamige Malschule.  Sie war zweimal wöchentlich ein Anlaufpunkt für viele junge Moosburger, die dort unter fachkundiger Anleitung ihr Talent entwickeln konnten. Seit dem Tod Hummitzschs im Jahr 1982 führt Hans Werner Oswald dieses Vermächtnis ehrenamtlich fort. Samstags und donnerstagabends ist die Malschule ein Treffpunkt für Kunstinteressierte und Künstler. Unter fachkundiger Anleitung findet gemeinsames Kunstleben in den Räumen der Malschule statt. Die Malschule Moosburg ist seit 77 Jahren fester Bestandteil der Moosburger Kunstszene und dadurch eine Bereicherung für die Stadt.

 

Außerdem bekommt Johannes Wiedenhofer, Musiker und Komponist aus Langenbach, einen Förderpreis. Der heute 18-Jährige begann mit zwölf Jahren Musik zu komponieren. Seit vielen Jahren singt Johannes Wiedenhofer in den Ensembles von St. Georg Freising sowie in der Domkantorei, hat mit dem Freisinger Vokalensemble „Boice“ und auch als Komponist und Instrumentalist schon zahlreiche Preise gewonnen, auch international. In Freising kam im Oktober 2023 im ersten Konzert des neu gegründeten „Camerorchesters“ sein Orchester-Stück „birds flying over the sleeping ocean“ zur Uraufführung. Am 26. Januar 2024 wird Wiedenhofers Orchesterwerk „Schnell“ vom BR-Symphonieorchester unter der Leitung von Sir Simon Rattle im Herkulesaal München uraufgeführt.

 

Der Kulturpreis 2023 geht an Michael Deppisch mit seinen Kolleginnen und Kollegen vom Freisinger Architekturbüro Deppisch Architekten.

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