Freiwillige Praxishilfe für Pflegekräfte: Praxisanleiter am Klinikum Freising schließen Zusatzausbildung ab

Die Gesundheits- und Krankenpflege ist ein anspruchsvoller Beruf, der viel Fachwissen und Erfahrung verlangt. Um Auszubildenden den Einstieg in den Stationsalltag, aber auch bereits tätige Pflegekräfte zu unterstützen, stellt ihnen das Klinikum Freising so genannte Praxisanleiter zur Seite. Solche erfahrenen Pflegekräfte werden in einer Zusatzausbildung für diese Tätigkeit geschult. Um mehr Gehalt geht es dabei nicht.


Als Teil ihrer dreijährigen Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger absolvieren Schüler am Klinikum Freising rund 2500 Praxisstunden. Dabei werden sie laut Gesetzgeber von erfahrenen Fachkräften, eben jenen Praxisanleitern, auf den Stationen betreut, damit der Start in die Praxis gelingt. Praxisanleiter zu sein, ist eine anspruchsvolle Aufgabe, da sie sich in der Praxis nicht nur um die jungen Nachwuchskollegen kümmern, sondern auch Kollegen auf den Stationen betreuen. Als Kandidaten kommen daher nur examinierte Fachkräfte in Frage. Sie müssen mindestens zwei Jahre Berufserfahrung mitbringen und eine umfangreiche Zusatzausbildung machen.

 

Dieser Tage hat nun für 15 Pflegekräfte ein solcher Kurs für Praxisanleiter am Klinikum Freising als zertifizierter Weiterbildungsstätte begonnen. Fünf Blockwochen (200 Stunden), zwei Prüfungstage, zwei Hospitationstage an weiteren Berufsfachschulen und Weiterbildungsinstitute sind zu absolvieren sowie eine mündliche Prüfung und eine Facharbeit zu bestehen. Ebenso wird eine hohe soziale Kompetenz von ihnen erwartet: Spaß am Umgang mit jungen Leuten, die Lust auf Weitergabe von Wissen und Eigenerfahrung sind laut der Leiterin der Berufsfachschule für Krankenpflege, Eva Gall, und Kursleiter Karl-Heinz Kaiser „sehr wünschenswert“. Und auch eine ausgeprägte Kommunikationskompetenz und keine Scheu vor Führungsaufgaben gehören dazu, denn Praxisanleiter sind im Praxisalltag weisungsbefugt.


Was vielleicht überrascht: alle Teilnehmer machen die anspruchsvolle Ausbildung freiwillig und erhalten dafür bislang nur den „Gotteslohn“, so Schulleiterin Gall. Nur hauptberufliche Praxisanleiter ab einer 50%igen Tätigkeit erhielten aktuell eine Höhergruppierung, sprich: mehr Geld. „Hier herrscht eine große Ungerechtigkeit“. Sie erwarte aber in den kommenden Jahren eine Änderung, weil der Gesetzgeber immer höhere Ansprüche an die Praxisanleitung stelle. So werden ab 2020 sogar 300 Weiterbildungssstunden und jährlich 24 Fortbildungsstunden verlangt sowie zehn Prozent der wöchentlichen Arbeitszeit gesetzlich als Anleitungszeiten vorgeschrieben. Mittlerweile sind die Krankenhäuser verpflichtet, ausreichend Praxisanleiter nachweisen zu können, damit die praktische Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege gewährleistet ist. „Ohne Praxisanleiter gibt es also keine Schüler!“ Es gehe hier aber nicht nur um die Erfüllung gesetzlicher Vorgaben, betont Gall. Vielmehr kommen ausgebildete Pflegekräfte unmittelbar den Patienten zugute.

 

Und was sagen nun die Kursteilnehmer, warum sie trotz der oft hohen Arbeitsbelastung in der Pflege eine solche anspruchsvolle und unentgeltliche Zusatzausbildung machen? Die Antwort ist bewundernswert: Es gibt zwar einige, die diese Qualifikationsstufe als Zwischenweg zum Pädagogikstudium nutzen. Die allermeisten möchten aber einfach sehr gerne mit Schülern arbeiten und ihr Wissen weitergeben.

Der neue Weiterbildungskurs für Praxisanleiter am Klinikum Freising (v.l.): Schulleiterin Eva Gall, Kursleiter Karl-Heinz Kaiser mit den Teilnehmern. (Quelle: Klinikum Freising)

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