Ein Schirmchen gegen den Schlaganfall: Neues Verfahren am Klinikum Freising

Rund ein Viertel aller Erwachsenen hat ein so genanntes Persistierendes Foramen Ovale (PFO). Dabei handelt es sich um eine Kurzschlussverbindung  zwischen den beiden Herzvorhöfen als Überbleibsel der kindlichen Entwicklung im Mutterleib. Mediziner gehen davon aus, dass ein PFO oft die Ursache für unerklärliche Schlaganfälle ist. Am Klinikum Freising wurde nun erstmals ein interventionelles Verfahren erfolgreich eingesetzt, um dies zu verhindern.
 
Als einen „Schlaganfall unklarer Ursache“ bezeichnet man in der Medizin einen Schlaganfall ohne vorhandenes Vorhofflimmern oder eine Arteriosklerose der hirnversorgenden Gefäße. Beinahe jeder zweite Patient mit einem solchen Schlaganfalltyp hat auch ein Persistierendes Foramen Ovale (PFO). Dass diese Überbleibsel aus der kindlichen Entwicklung im Mutterleib als Ursache des Schlaganfalls in Frage kommt, ist spätestens dann hochwahrscheinlich, wenn Blut vom rechten in den linken Herzvorhof übergetreten ist und somit eine so genannte gekreuzte Embolie möglich ist.  
 
Trotz dieses Zusammenhangs wird bislang in der Praxis nach einem Schlaganfall vorwiegend auf eine medikamentöse Behandlung zur Blutverdünnung gesetzt, damit es zu keinem weiteren Schlaganfall kommt. Laut Dr. Roland Brückl, Chefarzt der Kardiologie am Klinikum, gibt es jedoch mit dem so genannten PFO-Verschluss (Schirmchenverschluss) auch ein interventionelles, also schonendes Verfahren, um Schlaganfälle zu verhindern. Erkenntnisse neuer Studien haben dazu geführt, dass die Fachgesellschaften für Kardiologie und Neurologie mittlerweile dem PFO-Verschluss gegenüber einer langjährigen Blutverdünnung den Vorrang geben. „Er hilft weitere Schlaganfälle effektiver zu verhindern und macht gerade bei jungen Patienten eine langjährige Blutverdünnung unnötig“, erläutert Dr. Brückl.
 
Das Klinikum Freising wird künftig diesem Ansatz bevorzugen und hat kürzlich den ersten PFO-Verschluss erfolgreich vorgenommen. Durch die Integration der Neurologie in der Kardiologischen Abteilung sind hierfür beste Voraussetzungen gegeben. Der Eingriff ist schonend und befreit die Betroffenen davon, ein Leben lang blutverdünne Medikamente einnehmen zu müssen. Ansprechpartner am Klinikum sind die Oberärzte Dr. Stephan Hofer (Neurologe) und der Dr. Jannis Wagner (Kardiologe).

Wenden das neue Verfahren an (vl.): Oberarzt Dr. Stephan Hofer (Neurologe), Chefarzt Kardiologie Dr. Roland Brückl und Oberarzt Dr. Jannis Wagner (Kardiologe) Foto: Klinikum Freising

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