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Corona lässt Zahl der Leistungsbezieher nach oben schnellen: Trägerversammlung des Jobcenters Freising

Einstimmig hat die Trägerversammlung des Jobcenters Freising in seiner jüngsten Sitzung Landrat Helmut Petz zu ihrem neuen Vorsitzenden gewählt. Damit hat er dieses Amt bis Ende Juli 2024 inne. „Ich bedanke mich für das Vertrauen“, sagte Petz. Außerdem konnte der als Sitzungsleiter fungierende stellvertretende Vorsitzende, Nikolaus Windisch, die neuen Mitglieder aus den Reihen des Kreistags, Beate-Frommhold-Buhl und Ozan Iyibas, begrüßen.

 

Der Bericht von Geschäftsführer Bernhard Reiml fiel diesmal zweigeteilt aus. Er hatte Positives aus dem Geschäftsjahr 2019 zu berichten, und von großen Herausforderungen aus dem bisherigen Jahr 2020. „Corona beherrscht uns. Seit dem Lockdown ist nichts mehr wie vorher“, sagte er – und meinte damit zum einen die Zahlen und zum anderen die Arbeitsweise im Jobcenter. Während die ausbezahlten Leistungen zum Lebensunterhalt sowie für Unterkunft und Heizung 2019 im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken waren, gehen sie heuer wieder nach oben. 607 Personen hat das Jobcenter vergangenes Jahr beim Eintritt ins Berufsleben begleitet, dieses Jahr sind es bisher 133 (Stand Mai 2020). „Eine Integration ist derzeit quasi unmöglich, weil die Arbeitgeber eher Leute in Kurzarbeit schicken oder ausstellen“, so Reiml.

 

Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften, also der Haushalte, die Anspruch auf Leistungen nach dem SGB II haben, ist in den vergangenen Jahren stetig kleiner geworden. 2017 waren es im Jahresdurchschnitt 1641, 2018 dann 1597 und 2019 schließlich 1431. „Das hat sich im April 2020 schlagartig geändert“, sagte Reiml. Erkennbar ist der Trend an der Zahl der Neuanträge. In einem Monat gehen im Durchschnitt rund 120 Anträge ein. Im April 2020 waren es 620, im Mai 400 und im Juni auch noch 280. „Das waren in drei Monaten fast so viele wie sonst im gesamten Jahr.“

 

Mehr als die Hälfte der Kunden des Jobcenters Freising sind Menschen, die seit mehr als zwei Jahren Hartz IV erhalten. 2019 konnte man das Ziel, deren Anzahl mittels nachhaltiger Integrationsarbeit auf 1046 zu reduzieren, unterschreiten. Ende Dezember 2019 waren es 1015. „Aber die Zahl dieser sogenannten Langzeitbezieher wird wieder steigen, weil die Arbeitgeber eher Menschen einstellen, die noch nicht so lange arbeitslos sind.“

 

Das alles bedeutet natürlich deutliche Mehrarbeit für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Daher wurden Kollegen aus dem Vermittlungsteam kurzfristig qualifiziert und ins Leistungsteam umgesetzt, um die vielen Fälle bewältigen zu können.

 

Gleichzeitig mussten sich auch die Jobvermittler komplett umstellen, weil mit dem Runterfahren des öffentlichen Lebens plötzlich kein direkter Kundenkontakt mehr möglich war. „Die persönliche Arbeit mit den Kunden war stark eingeschränkt, die Kontaktpflege musste anders gestaltet werden“, sagte Raphael Steinberger, Leiter des Teams Markt + Integration. Inzwischen kehre man langsam in den Normalzustand zurück, könne Kunden in speziellen Räumen nach geltenden Hygienestandards wieder empfangen.

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