Neue Heimat für die Gelbbauchunke in der Burghauser Leiten

Die Wiederansiedelung der seltenen Gelbbauchunke im Landkreis Freising schreitet voran. Mit einer Umsetzungsinitiative privater Grundeigentümer und den Bayerischen Staatsforsten wird derzeit im Rahmen des Naturschutzprojekts „Allen Unkenrufen zum Trotz“ erstmals künstlich neuer Lebensraum angelegt. Die Patenschaft für die Aktion in der Burghauser Leiten bei Wippenhausen (Gemeinde Kirchdorf) hat die Grundschule Kirchdorf übernommen.

 

Mit dem Bagger wurden an mehreren Stellen im Staatsforst und im angrenzenden Wald von Christian Wild Tümpel angelegt, in denen sich die kleinen Amphibien niederlassen können.  Die Gelegenheit, auf diesem Gefährt mitzufahren und die Arbeiten zu „überwachen“, ließen sich vier Drittklässler der Grundschule nicht entgehen. Schließlich sind sie die Paten der hoffentlich bald vielen Unken. „Wir übernehmen gerne die Patenschaft“, sagte Schulleiterin Birgit Penger. Man wolle den Kindern Zeit und Raum geben, um „ein Gefühl dafür zu bekommen, verantwortungsvoll mit der Natur umzugehen“. Die Schülerinnen und Schüler werden den Fortschritt der Ansiedelung erleben und dokumentieren.

 

Durch Trockenlegungen und Straßenbauten sind viele Laichgewässer  des Tiers mit dem gelb leuchtenden Bauch verschwunden.  Bayern- und bundesweit stehe die Gelbbauchunke auf der roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten, sagte Dr. Christian Magerl, Vorsitzender des Bundes Naturschutz in Freising. „Wir müssen ihr unter die Arme greifen, damit sie nicht ganz verschwindet.“ Nun sollen im Rahmen des über mehrere Landkreise angelegten Projekts neue Lebensräume geschaffen und die Unkenwanderung erleichtert werden. Magerl bedankte sich beim Landkreis für das Engagement. Denn die Projektleitung von „Allen Unkenrufen zum Trotz“ ist am Landratsamt Freising angesiedelt. Von hier aus koordiniert Dr. Miriam Hansbauer viele Maßnahmen im gesamten Gebiet.

 

„Landesweite Besonderheit“

Das Vorhaben in der Burghauser Leiten beinhaltet eine „landesweite Besonderheit“, sagte Landrat Josef Hauner. Es wird unterstützt von der freiwilligen Initiative von Landwirten, Waldbauern und Grundeigentümern – der Regionalen Arbeitsgemeinschaft Ampertal. Oft gibt es Konflikte zwischen Bewirtschaftung und Naturschutz, doch wird eng zusammengearbeitet. Hauner bedankte sich bei Christian Wild, Sprecher der Initiative, ebenso wie bei Alfred Fuchs, Leiter der Bayerischen Staatsforsten in Freising.

 

„Wir wollen unseren Wald nachhaltig bewirtschaften“, sagte Wild. Er hoffe, man könne weitere Mitstreiter aktivieren, die für die gleichen Werte stünden – „nämlich den Einsatz für unsere Heimat“. Ein Partner ist der Bayerische Staatsforst. „Wir haben 400 Kilometer Forststraßen im Landkreis. Da besteht überall an zwei Seiten die Möglichkeit, weitere Tümpel anzulegen.“ Landrat Hauner sprach von einem „wegweisenden Miteinander, das Schule machen sollte“.

Von einem "wegweisenden Miteinander" sprach Landrat Josef Hauner

Vertreter von Grundeigentümern, Staatsforst, Landwirten und Behörden trafen sich in der Burghauser Leiten

Die Paten durften auf dem Bagger mitfahren

Bürgerservice Kontakt

Kontakt
Sie können uns Ihre Fragen, Wünsche, Anregungen oder Beschwerden mitteilen. Wir werden diese umgehend bearbeiten und Sie darüber informieren, wie es weiter geht.

Bürgerhilfsstelle