Fachtag Gesundheitsregion plus: Viele interessante Gespräche

Den Bekanntheitsgrad der Gesundheitsregionplus im Landkreis Freising steigern – das ist derzeit eines der Hauptanliegen von Geschäftsleiterin Susanne Bauer. Damit die ehrgeizigen Ziele auch erreicht werden können. Darum fand am Mittwoch, 17. Mai, in der Aula des Camerloher Gymnasiums ein Fachtag statt. Dabei wurde das vom Bayerischen Gesundheitsministerium geförderte Projekt noch einmal ausführlich vorgestellt, ebenso wie die bisherigen Erkenntnisse. „Wir sind jetzt seit neun Monaten bei der Arbeit. Und seitdem hat sich einiges getan“, sagte Bauer.

 

Grundsätzlich sei der Landkreis gesetzlich für die Krankenhausversorgung zuständig, führte Landrat Josef Hauner in seiner Begrüßung aus. „Aber wir haben den Anspruch, mehr zu tun. Wir wollen beim Thema Gesundheit etwas voran bringen.“ Regionale Vernetzung ist hier das Stichwort. „Alle Akteure, die auf diesem Gebiet tätig sind, sollen zusammengeführt werden.“ Sie sollen sich austauschen, gegenseitig informieren, welche Angebote im Landkreis bereits bestehen und wo noch Nachbesserungsbedarf herrscht.

 

Bürgermeister, Kreisräte, Vertreter von Pflegediensten, Apotheken, aus dem Klinikum, Ärzte, Therapeuten und Seniorenbeauftragte waren eingeladen worden. „Ich freue mich, dass ich so viele neue Gesichter sehe, die sich für das Thema interessieren“, sagte Susanne Bauer. Hauptziele der Gesundheitsregionplus seien es, Kommunikations- und Koordinationsstrukturen zu kreieren, „Kräfte und Wissen zu bündeln“ und dadurch effiziente und zielgerichtete Angebote zu schaffen. „Möglichst jeder soll von jedem wissen.“ Zur besseren Orientierung wird es demnächst eine eigene Internetseite geben, auf der dann neben vielen anderen Informationen ein Gesundheitswegweiser zu finden sein soll.

 

Arbeitsgruppenleiter berichten über ihre Tätigkeit

Dass es um die Kommunikation beispielsweise zwischen Klinikum, Ärzten und Pflegediensten nicht immer gut bestellt ist, war den Worten von Dr. Anneliese Lengl zu entnehmen. Die  Leiterin der Arbeitsgruppe „Gesundheitsversorgung“ stellte die bisherigen Ergebnisse vor, ebenso wie ihre beiden Kollegen aus den anderen Arbeitsgruppen. Ihr Gremium bemühe sich zunächst darum, ambulante Pflegedienste beispielsweise mit Klinikum und Krankenkassen besser zu vernetzen. Ideal wäre es, eine unabhängige Pflegeberatungsstelle einzurichten, an die sich Verwandte von zu pflegenden Personen hinwenden können und die diese weitervermittelt. „Eine Stelle, bei der alles zusammenläuft.“

 

Ein Netzwerk für bestimmte Bereiche spannen, das ist auch das Anliegen von Dr. Lorenz Weigl und der Arbeitsgruppe „Gesundheitsvorsorge und Prävention“. Hier gehe es vor allem um „Primärprävention“, so Weigl. „Die Gesundheit stärken, damit erst gar keine Krankheit entsteht.“ Auf der Prioritätenliste ganz oben steht hier erst einmal die „Familiengesundheit in schweren Situationen“. Ein Beispiel: Muss ein Elternteil wegen einer schweren Erkrankung ins Krankenhaus und der andere muss arbeiten, wer springt dann als Babysitter oder Hausaufgabenbetreuer ein?

 

Ein Nachschlagewerk, in dem ältere Mitbürger sämtliche Angebote samt Ansprechpartnern in ihrer jeweiligen Gemeinde finden, wollen Dr. Heino Pause und die Arbeitsgruppe „Demografie“ entwickeln. Zwar gebe es neben dem seniorenpolitischen Gesamtkonzept des Landkreises Freising schon weitere Broschüren und Ratgeber für ältere Mitbürger. Diese sollen jedoch zusammengeführt und aktuell gehalten werden.

 

Schließlich stellte Oberärztin Dr. Monika Mlarschik noch die Psychosomatische Tagesklinik“ vor, die vor rund einem Jahr am Klinikum Freising ihre Arbeit aufgenommen hat. Dort werden Menschen mit seelischen Krisen, Depressionen oder Persönlichkeitsstörungen behandelt, „die bereit sind, sich mit ihrer Gefühlswelt auseinanderzusetzen“, sagte Mlarschik. Seit Juli 2016 seien die zehn Plätze stets belegt, 2016 waren es insgesamt 45 Patienten.

 

Am Ende des Nachmittags wurden in der Aula noch viele Gespräche geführt, Netzwerke gesponnen – Tagesziel erreicht.

Geschäftsleiterin Susanne Bauer (v.l.) mit den Referenten Dr. Heino Pause, Dr. Anneliese Lengl, Dr. Monika Mlarschik und Dr. Lorenz Weigl

"Wir wollen beim Thema Gesundheit etwas voran bringen", sagte Landrat Josef Hauner

Gespräche zwischen den Teilnehmern

Vertreter aus verschiedenen Organisationen im Gesundheitsbereich kamen zum Fachtag

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